Philippinen - Zwischen Freude & Tränen

Oft wurde ich nach unserer Route gefragt, und oft kamen solche Sätze wie: 'Oh wow, die Philippinen, das muss ja wirklich traumhaft gewesen sein!' Deshalb hier jetzt ENDLICH der Blogeintrag für euch. Mit den wichtigsten Infos, unserer Route, den Hotels & unseren Erfahrungen. Und das muss ich nochmal ganz klar dazu sagen: UNSEREN Erfahrungen. Alles was hier steht, ist unsere objektive Meinung. Manche haben die Philippinen vielleicht anders kennen & vielleicht auch lieben gelernt.

 

Tja, und ihr seht schon, so richtige Begeisterung kommt bei mir nicht auf. Vielleicht habe ich den Blogeintrag deshalb so lange 'vor mir her geschoben'. Es sollte unser absoluter Traumurlaub werden. Und wir haben so lange dafür gespart. Und dann kam doch alles anders. Aber dazu später mehr.

 

Zurück zum Anfang: Schon als Jugendliche hab ich von den Philippinen geträumt, EIN MAL dort hin zu reisen. das war mein großer Traum! Aber diese Erfahrung sollte ich erst viele viele Jahre später machen, schlichtweg aus Geldgründen. So ganz günstig ist das Ganze ja nicht.

Durch die Fotografie konnte ich mir diesen Traum endlich verwirklichen, dafür bin ich auch extrem dankbar. Und egal ob gute oder schlechte Erfahrungen, man kommt nicht mehr als dieselbe Person zurück, als die man gegangen ist. Die Sichtweise hat sich zum Teil verändert, man denkt über Dinge nach, an die man vorher überhaupt nicht gedacht hat. Deshalb bin ich auch für diese Reise sehr dankbar.

 

Wir haben also den Urlaub gebucht. Dazu muss ich vielleicht noch kurz sagen, dass nicht jede Insel der Philippinen bereisbar ist, bzw. nur teilweise. Der IS herrscht dort, es gibt zum Teil Touristenentführungen und man sollte sich  vorher informieren, auf welche Inseln man überhaupt gehen möchte. Die nötigen Infos haben wir über das Reisebüro erhalten, bei dem wir gebucht hatten. Eigentlich stand Palawan ganz oben auf unserer Liste. Aber genau diese Insel darf man nur zu einem Drittel bereisen (zumindest so der Stand vor ein paar Monaten im September) was für uns dann einfach keinen Sinn gemacht hat. Wir haben Vorschläge aus dem Reisebüro bekommen, die wir im Endeffekt dann auch gebucht haben: Cebu - Malapascua - Bohol. Ein Inselhopping sollte es also werden, um möglichst viel zu sehen.

 

Schon eine Woche bevor wir abreisen wollten, hat das Dilemma angefangen (so im Nachhinein gesehen vielleicht ein schlechtes Omen): Unsere Drohne ging durch ein Update kaputt. Die wir extra für DIESEN EINEN Urlaub gekauft hatten, schon ein paar Monate vorher. Toll. Ganz toll. Bisher hatte sie immer, wirklich immer funktioniert. Wir haben mit Müh & Not eine neue organisiert, einen Tag vor unserer Abreise.

 

Wir sind von München gestartet, über Dubai hatten wir einen Zwischenstopp, und sind dann in Cebu City gelandet. Insgesamt 16 oder 17 Stunden Flugzeit zusammen gerechnet, so genau weiß ich es gar nicht mehr. Vom Flughafen wurden wir dann direkt von einem Fahrer abgeholt & in unser ersten Hotel gebracht. Zur Rushhour. Ich weiß noch, dass ich den Fahrer auf Englisch gefragt hatte, wie lange wir denn zum Hotel brauchen. Und er antwortete in gebrochenem Englisch: 4 Stunden. Okay. 4 Stunden? Ich hab geglaubt, ich hatte mich verhört. Ich hab zu Manu gesagt: Naja, der kann halt kein Englisch, der meint wohl 40 Minuten. Nö. Wir waren 3,5 Stunden unterwegs. Stop & go. Boah war mir schlecht. Ich hab da schon zu kämpfen gehabt, dem Mann nicht aus dem Auto zu spucken.

Endlich angekommen, War's dann schon dunkel & wir sind schlafen gegangen.

Am nächsten Tag haben wir uns erstmal die Hotelanlage angeschaut: Total süß, wenig Zimmer, liebevoll bepflanzt, und wunderschönes Wasser. Wir hatten keinen Sandstrand, aber das hat uns nichts ausgemacht. Das Hotel heißt 'Dolphin House', und ist wirklich empfehlenswert. Es wird extrem auf den Umweltschutz wertgelegt, Plastikflaschen & Plastikstrohhalme gibt es nicht, nur Wiederverwendbares. Korallen dürfen nicht angefasst werden, & es gibt dort ganz tolle Schnorcheltouren! Wir hatten Meeresschildkröten DIREKT am Hotelriff, das Essen war gut  & die Angestellten immer freundlich. Der Hotelbesitzer Rudi, ist ein Deutscher & gibt wertvolle Tipps bzgl. den Philippinen und Ausflüge auf der Insel.

Wir hatten das Privileg, mit Sardinen zu schnorcheln, ein einzigartiges Erlebnis. Wenn ihr die Chance dazu habt, macht es!

 

 

Ein Grund, wieso wir unbedingt nach Cebu wollten: Die Walhaie. Im Internet viel beworben und hoch angepriesen. Vor Ort haben wir dann mitbekommen, dass Rudi diesen Ausflug in seinem Hotel nicht anbietet. Verwundert waren wir schon etwas, aber haben uns nichts weiter dabei gedacht. Also haben wir das kurzerhand über den Bruder eines Hotelangestellten gebucht. Der wollte uns dann gleich morgens um 5 Uhr abholen, damit wir dort die Ersten sind, denn man kann nur von 8 - 12 Uhr mit den Walhaien schwimmen. Und irgendwie hatte ich von Anfang an kein gutes Gefühl dabei. Tja, man sollte einfach öfters auf seine Intuition hören, die hat nämlich meistens recht! Am Abend vor dem Ausflug, hab ich mir dann endlos viele Meinungen und Bewertungen im Internet durchgelesen, und der Druck im Bauch, den ich von Anfang an gespürt hatte, wurde immer stärker. Letztendlich hab ich mir 2 Meinungen von Bekannten eingeholt, die dort schon selbst waren. Eine Antwort davon lautete: 'Denise, du als bekennender Tierliebhaber und Tierschützer, sollte dort auf keinen Fall hin gehen. Du wirst es bereuen, es ist, wenn man es objektiv betrachtet, seelisch und moralisch absolut nicht vertretbar.' Okay, damit war das Thema Walhaie für mich gegessen, mein Gefühl hatte sich bestätigt. Dazu später noch mehr. Stattdessen hab ich mit unserem Fahrer am nächsten Tag geredet, wir wollten dann zum Sonnenaufgang zum Osmena Peak. dem höchsten Berg in Cebu, und dort die Aussicht genießen. Nach gefühlt 100 Stunden & mehreren Übelkeitswellen (man muss sich auf einen rasanten Fahrstil und schlechte Straßenverhältnisse einstellen), kurz vor dem Kreislaufkollaps und völlig am Ende, sind wir dann endlich angekommen :D. Und auch auf den Berg gewandert. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es auf dem Berg so kühl ist, also hab ich mir für 50 Pesos eine Jacke geliehen (knapp 1 Euro). Eintritt muss man übrigens auch bezahlen. Oben auf dem Berg, sahen wir: NICHTS. Rein gar nichts. Von wegen geile Aussicht, Sonnenaufgang anschauen und so n Quatsch! Wir waren so maßlos enttäuscht. Der lange, weite Weg, für nichts. Als ich dann mit der Frau gesprochen hab, die uns nach oben geführt hat, hat sie auf englisch irgendetwas von einem Taifun geredet, der auf uns zukommt. Taifun. Ja. Darunter hab ich mir eben ein bisschen Regen vorgestellt. Also den Berg wieder runter, und direkt heim in's Hotel. Natürlich war mir wieder einfach nur schlecht.

 

Im Hotel angekommen, haben wir uns mittags mit Rudi unterhalten, zu dem Zeitpunkt hatte sich das Wetter ziemlich arg verschlechtert. Zu den Walhaien haben wir von Rudi dann folgende Infos bekommen: Er bietet diese Touren nicht nur nicht an, er verabscheut sie. Und er hätte uns hochkant aus dem Hotel geschmissen wenn er mitbekommen hätte, dass wir hin gegangen wären. Zurecht, aber wir waren ja völlig unwissend. Diese armen Tiere sind Zugtiere, das heißt, sie bleiben nie an Ort und Stelle. Die Philippiner haben aber ein Geschäft damit gewittert, reine Geldmache, und haben sie angefüttert. Also bleiben sie. Und verenden letzten Endes qualvoll. Im Schnitt kommen in den 4 Stunden am Tag zu Hochzeiten ca 1000-2000 Besucher, die die Tiere anfassen, Bilder mit ihnen machen und einfach nur Stress verursachen. Durch das Anfassen wird der Schutzmantel der Wale zerstört und irgendwann verpilzen sie oder werden krank. Außerdem sind es nur Männchen, die dort verweilen. Den Weibchen fehlen also Partner, um sich fortzupflanzen. Die Population der Walhaie wurde auf den Philippinen somit fast gänzlich zerstört, zumindest in einem großen Umkreis um Cebu. Traurig. Aber so ist die Menschheit. Und so geht es auf den Philippinen auch zu: Hauptsache, sie machen ihr Geschäft und bekommen Geld, das ist uns immer wieder aufgefallen. Soviel dazu.

 

Als ich dann den 'Taifun' gegoogelt habe, war meine Laune dann doppelt im Keller. Ein Taifun ist nämlich nichts anderes als in Hurricane. Schon seit ich ein kleines Mädchen bin, habe ich Albträume von Hurricanes, und ich wache jedes Mal schweißgebadet auf. Ich weiß nicht woher diese Angst kommt, aber ich habe davor solche Panik! Und dann saß ich da, und hab dieses riesige Ding gesehen, das da ganz in unserer Nähe war. und ich dachte einfach: Das war's dann. Total übertrieben, aber ich hatte plötzlich wirklich Angst. Wir saßen auf einer Insel, die keine unterkellerten Räume hat, wir waren im Prinzip schutzlos. Könnt ihr euch an den Hurricane letzten September erinnert, der an der Küste in Florida gewütet hat? Zur gleichen Zeit gab es einen auf den Philippinen, nur viel viel größer. Jap. Das war der.

Aber was will man in der Situation machen? Wir konnten nichts daran ändern. Aber der Seeverkehr wurde gesperrt, alle Unternehmungen wurden gestrichen oder eingestellt, und wir konnten nichts Anderes tun, als abzuwarten. Kein Schnorcheln mehr, kein Baden, keine Wasserfälle. Und wir konnten auch nicht auf die nächste Insel reisen (Malapascua). Wir blieben eine Nacht länger als geplant bei Rudi, und wurden dann nach 8 Stunden Autofahrt mitten in's Nirgendwo in ein Hotel gebracht, in dem wir warten mussten, bis wir nach Malapascua weiter reisen konnten. Auf dem Weg dorthin, habe ich immer wieder streunende Hunde gesehen, komplett verpilzt, Hühner, die an Brettern mit Nägeln und einem Draht befestigt waren wie Ware, die nur darauf wartet, geschlachtet zu werden. Überall Müll, und der Gestank ist zum Teil kaum auszuhalten. Ich hab davon keine Bilder gemacht. Ich wollte das später einfach nicht noch einmal sehen.

 

Die Details zu unserem 1-Nacht-Hotelaufenthalt erspare ich euch jetzt, war nämlich kein Luxus.

Weiter ging es also nach Malapascua, endlich. Eine kleine Insel, die mit den Malediven verglichen wird. Ich war ja noch nie auf den Malediven, aber wenn die so aussehen, muss ich da nicht hin :D. Was einem nämlich keiner sagt: Man läuft ein Meter ins Meer & schon beginnt das Seegras. Mit schön baden & plantschen ist da dann nicht viel. Zumindest, wenn man nicht so scharf auf Seegras ist. Beim Essen waren dann Kakerlaken da, die um unsere Füße rannten, und das Essen war so lala. Wir haben uns die Strände angeschaut, die leider völlig vermüllt waren. Vermutlich wurde durch den Hurricane Einiges angespült. Aber die Philippiner würden das auch nie im Leben sauber machen. Das bleibt da dann halt liegen. Das heißt, man musste über Müllberge steigen, um überhaupt an's Wasser zu kommen. Nach einem Auflug zu einem Leuchtturm, der ebenfalls hoch angepriesen wird, der aber eigentlich geschlossen ist & von dem man so überhaupt keine schöne Aussicht hat, haben wir unsere anderen beiden Tage dann am Strand verbracht. Am Strand selbst waren leider unzählige kleine Mücken, die man in Deutschland von Misthaufen kennt. Lag wohl an den vielen streunenden Hunden, die ihre Häufchen im Sand am Hotel vergraben haben.

Weiter ging es zu unserer letzten Insel: Bohol. Wir sind mit der Fähre wieder nach Cebu übergesetzt, die Insel runter gefahren, wieder an einen Hafen und mit einer Fähre dann nach Bohol. Der Hafen selbst war eigentlich fast so aufgebaut wie ein Flughafen. Wir hatten zum Glück Hilfe von einem Angestellten, alleine hätten wir das Ticket wahrscheinlich nicht lösen können. Das Gepäck muss nämlich auch extra aufgegeben werden. Und überall will man Trinkgeld, selbst eine 2-Minütige Fahrt mit einem Boot hat uns geschlagene 10€ gekostet, für die Philippiner selbst ein ganzes Vermögen! Naja. Zahlt man dann eben, man hat im Prinzip ja keine andere Wahl.

Dann endlich sind wir in Bohol angekommen und wurden wieder direkt von einem super freundlichen Fahrer in's Amorita Resort gebracht, das liegt in Panglao. Die Insel selbst ist nicht groß, also dauerte die Fahrt nicht besonders lange.

Angekommen im Hotel hat uns dann der völlige Luxus erwartet: Die ganze Hotelanlage war gigantisch, die Zimmer super groß, sauber, wunderschön und modern eingerichtet! Wäre der Urlaub so gestartet, wäre der Bericht hier jetzt vermutlich ganz anders ausgefallen. Leider haben wir auf der Insel nur 4 Tage verbracht.

Wir haben die Chocolate Hills besucht, die kleinsten Affen der Welt gesehen und waren auf einer Bienenfarm. Alles in allem waren das schöne Ausflüge, aber an den jeweiligen Touri-Spots war extrem viel los, und man musste anstehen, um sein Bild machen zu können. Wirklich viele Sehenswürdigkeiten gab es auf der Insel nicht.

Auch der Strand, der direkt am Hotel anschloss & der als schönster Strand von Panglao gilt, hat uns enttäuscht. Überall lag nämlich wieder: Müll. Und es gab wieder: Seegras. In Hülle & Fülle. Krabben hat man zu Bündeln zusammen geschnürt und an Ständen am Strand verkauft. Ich dachte, sie seien wenigstens tot, bis ich gesehen hab, dass die armen Tiere ja blinzeln. Das war wieder ein Moment, als ich dastand, und mir Tränen in die Augen schossen. Schon klar, für die Einheimischen sind Tiere reine Mittel zum Zweck, Lebensmittel. Aber ich hab dazu einfach eine andere Einstellung & Sichtweise.

Trotzdem muss ich hier nochmal das Hotel loben. Wir haben selten so gut gegessen (meistens Tapas), selten so nette Hotelangestellte erlebt oder so ein schönes Zimmer gehabt. Frangipani-Bäume gab's in der Anlage überall. Als der Hotelmanager mich dabei gesehen hat, wie ich die Blumen gesammelt und daran gerochen hab, hat er mir abends einen ganzen Korb voll frisch gepflückter, duftender Frangipani-Blüten gebracht. Die letzten 3 Tage haben wir außerdem an einem wirklich schönen Strand verbracht, zu dem wir mit einem Tuk-Tuk (einem kleinen Roller mit Beiwagen) gefahren wurden.

Bohol war von den 3 Inseln mit Abstand die schönste.

 

Nach 17 Tage sind wir wieder heim geflogen, und Deutschland ist mir noch nie so sauber vorgekommen, als wir am Zurück Richtung Bodensee über Autobahn gefahren sind. Wir sind von Bohol gestartet, hatten einen Zwischenstopp in Manila und in Dubai, und sind schließlich wieder in München gelandet.

 

Wir haben insgesamt 17 Tage auf den Philippinen verbracht, 5 davon haben wir durch An,- Weiter,- und Abreise verloren. Wir waren auf 3 Inseln, in 4 Hotels, und haben insgesamt rund 3000€ pro Person bezahlt.

Wir haben den Urlaub tatsächlich unter der Kategorie 'dumm gelaufen' abgehakt. Jedoch werden wir kein 2. Mal nach Asien reisen. Wir haben festgestellt, dass uns die Amerikanische und Afrikanische Richtung einfach besser gefällt. Wäre das Wetter besser gewesen, wäre vielleicht das Ein oder Andere auch anders gelaufen.

 

Das waren unsere Erlebnisse, und wenn ich mir den Text so durchlese, sind sehr viele negative Aspekte dabei. Für uns war es auch einfach kein erholsamer Urlaub, weil so viel schief gelaufen ist.

 

Dieses Jahr reisen wir nach Irland und in die Toskana, und bleiben einfach in der Nähe :D.

Falls ihr Erfahrungen auf den Philippinen gemacht habt, schreibt mir doch gerne einen Kommentar oder eine Nachricht!